Bonescreen GmbH

Screeningsoftware für frühe Osteoporose-Diagnose

Die Münchner Bonescreen GmbH hat eine CE-zertifizierte, KI-basierte Screeningsoftware für die Diagnose von Osteoporose entwickelt. Dafür erhielt das Unternehmen den Preis für Innovation in der Medizintechnik 2026, den die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE (DGBMT) und die Stiftung Familie Klee vergeben.

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Eine gesunde Ernährung, die Gabe von Vitamin D und ausreichende Bewegung können hormonell bedingten Knochenschwund verlangsamen. Allerdings wird die Erkrankung oftmals erst sehr spät diagnostiziert. Laut internationalem Osteoporose-Report (Stand 2021) betrifft das rund 90 Prozent der Fälle in Deutschland, in der Schweiz sind es sogar 95 Prozent.

Das Team der Münchner Bonescreen GmbH hat deshalb ein KI-gestütztes Screening entwickelt, um Osteoporose zu entdecken, bevor der Knochenschwund dramatisch wird oder es zu Knochenbrüchen kommt. Ziel ist es, so früh wie möglich mit der therapeutischen Behandlung der betroffenen Patienten zu beginnen, um Schlimmeres zu verhindern.

KI-basiertes Screening vorhandener Daten

Die Bonescreen GmbH verwendet für die Analyse vorhandene Aufnahmen aus der Computertomographie (CT). So können radiologische Praxen oder Kliniken ohne zusätzliche Untersuchung auf Knopfdruck ein Screening durchführen. Die KI-gestützte Screeningsoftware eicht die Bilddaten und extrahiert quantitative Biomarker, so dass die Früherkennung auf den gleichen Parametern basiert wie bei der klassischen DXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie).

„Wir haben mehrere Algorithmen entwickelt, die Bilddaten strukturieren, klassifizieren und auswerten. Erkennungsmerkmale geben vor, was ausgewertet werden darf und was nicht“, erklärt Prof. Dr. Jan Kirschke, Mitgründer von Bonescreen. Die Software arbeitet leitliniengerecht und ist CE-zertifiziert. „Als Firma sind wir nach der strikt regulierenden EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) 2017/745 zertifiziert und der gesamte Entwicklungsprozess entspricht den vorgegebenen Qualitätskriterien, um höchste Zuverlässigkeit sicherzustellen“, ergänzt Bonescreen-Mitgründer Dominik Maurer. Laut Unternehmen arbeiten inzwischen fast 100 radiologische Praxen in Deutschland mit der Lösung.

Preis für Innovation in der Medizintechnik 2026

Mit seiner Idee konnte das Team des 2022 gegründeten Unternehmens die Jury der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE und der Stiftung Familie Klee überzeugen. Sie vergibt alle zwei Jahre den mit 15.000 Euro dotierten Preis für Innovation in der Medizintechnik an Lösungen für medizinische Fragestellungen, die durch technisch-naturwissenschaftliche Zusammenarbeit entstehen.

KI-basiertes Screening für weitere Volkskrankheiten?

Derzeit entwickelt Bonescreen eine App für Patienten, mit der diese Einblick in ihre Screeningdaten erhalten können. Außerdem prüfe das Unternehmen, ob das Modell auf weitere unterdiagnostizierte Volkskrankheiten übertragen werden kann. „Die Integration beispielsweise von MRT-Bildern kann neue Möglichkeiten eröffnen – immer mit dem Blick darauf, die Versorgung für Patienten zu verbessern“, so Maurer.

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